Reissirup: Nährstoffreiche Zucker-Alternative für Allergiker

Reissirup

Allgemeines über Reissirup

Auch wenn Reissirup hierzulande erst in letzter Zeit beliebt wurde, ist er doch eines der ältesten Süßungsmittel der Welt. Der süße Sirup kommt ursprünglich aus Japan, wo er schon seit jeher als traditioneller Zuckerersatz genutzt wird.

In Konsistenz und Farbe ähnelt Reissirup dem Honig, weshalb er auch als veganer Honig bekannt ist. Geschmacklich finden sich jedoch Unterschiede zum Honig, so bietet der Reissirup eine etwas mildere Süße und einen karamellartigen Geschmack.

Herstellung von Reissirup

Um Reissirup herzustellen, muss zunächst Reis vermahlen werden. Das entstandene Reismehl wird anschließend in Wasser aufgelöst und erwärmt. Ist die Mischung warm, werden Enzyme beigefügt, die den eigentlichen Prozess der Zuckeraufspaltung einleiten.

Durch die Zuckerspaltung werden aus den komplexen Stärkemolekülen niedermolekulare Zuckereinheiten. Diese sind für den typischen süßen Geschmack des Reissirups verantwortlich.

Als nächster Schritt wird die Mischung gefiltert, so werden die festen Bestandteile von der Flüssigkeit getrennt. Der reine Saft wird dann durch thermische Behandlung eingedickt.

Der entstandene Reissirup setzt sich ausschließlich aus Glucose und Glucose-Verbindungen zusammen. Das unterscheidet ihn auch wesentlich vom Haushaltszucker, der zu einem Teil aus Glukose und zum anderen Teil aus Fructose besteht.

Wertvolle Nährstoffe für Sportler

Von den enthaltenen Kohlenhydraten spielt die Glukose im Reissirup die wichtigste Rolle. Diese liegt entweder als Einfachzucker oder als Zweifachzucker – in Form von Maltose – vor. Das bedeutet, zwei Glukosemoleküle sind miteinander verbunden.

Etwa ein Drittel der Glukose-Einheiten sind als lange Ketten zu finden – sogenannte Oligosaccharide.

Fruktose und Saccharose finden sich kaum im Reissirup.

 

Reissirup

Energie (kcal)

311

Kohlenhydrate (g)

77

Zucker gesamt (g)

54

Glukose (g)

23,2

Maltose (g)

30,4

Fruktose (g)

< 0,2

Saccharose (g)

< 0,2

Eiweiß (g)

0,5

Fett (g)

0,2

Mineralstoffe/ Spurenelemente

Kalium (mg)

100

Phosphor (mg)

63

Magnesium (mg)

29

Kalzium (mg)

14

Eisen (μg)

1000

(Frusano, 2018; Werz)

Was den Reissirup für Sportler*Innen interessant macht, sind die enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente. Diese gehen vermehrt über den Schweiß verloren. Reissirup kann Sportler*Innen also helfen, ihren erhöhten Bedarf an Mikronährstoffen zu decken.

Genaueres über Mikronährstoffe erfährst Du HIER.

Von den enthaltenen Mikronährstoffen kommt Kalium in besonders hohen Mengen vor. Zwar ist das Risiko eines Kaliummangels eher gering, trotzdem macht es bei hohen Belastungen Sinn, Kalium extern zuzuführen.

 Kalium ist u.a. wichtig für:

  • Übertragung der Nervenimpulse
  • Aufrechterhaltung der rhythmischen Herzarbeit und Kontraktion der Herzmuskelzellen
  • Regulation des pH-Wertes

Kommt es zu einer Kaliumunterversorgung, kann das u.a. zu Muskelfunktionsstörungen führen.

Hoher Glykämischer Index

Der Glykämische Index (GI) ist ein Maß, die Auswirkung einer Kohlenhydratquelle auf den Blutzuckerspiegel zu bestimmen.

Der GI ergibt sich dabei aus dem Vergleich der Blutzuckerkurve nach dem Verzehr von verschiedenen Kohlenhydraten mit der Blutzuckerkurve nach dem Verzehr von Glukose. Die beiden Kurven werden dann übereinandergelegt.

Der Glykämische Index von Reissirup ist mit 98 sehr hoch. Das bedeutet, dass der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr schnell ansteigt. Für Sportler*Innen bedeutet das: schnelle Energie.

Vor oder während des Trainings macht es also Sinn, Produkte mit Reissirup zu verwenden. Worauf es bei guten Kohlenhydratquellen für Sportler*Innen ankommt, erfährst Du HIER.

Gute Zucker-Alternative für Allergiker

Reissirup bietet sich gut für Personen mit diversen Unverträglichkeiten an.

Wie wir bereits gehört haben, ist Reissirup praktisch fruktosefrei. Das macht ihn besonders für Personen mit einer Fruktosemalabsorption interessant.

Unter Frukotsemalabsorption versteht man die gestörte Aufnahme von Fruktose im Dünndarm. Diese Störung betrifft etwa 10-20% der erwachsenen Bevölkerung und kann u.a. zu Bauchschmerzen, Völlegefühl und Blähungen führen.

Auch Personen mit Zöliakie können auf Reissirup zurückgreifen, er ist nämlich glutenfrei.

Zöliakie ist eine immunologische Erkrankung des Darmes, ausgelöst durch die im Getreide enthaltenen Proteine (als Gluten zusammengefasst).

Nehmen Betroffene glutenhaltige Lebensmittel zu sich, kommt es zu einer Immunreaktion des Darmes. Es kommt zu einer chronischen Entzündung und einer Rückbildung der Darmzotten.

Nicht zuletzt kommen durch Reissirup auch Sportler*Innen mit einer Histamin-Unverträglichkeit auf ihre Kosten. Genaueres über Histamin-Unverträglichkeit erfährst Du HIER.

Abschließender Hinweis zur Süßkraft

Die Süßkraft von Reissirup ist im Vergleich zu Haushaltszucker deutlich geringer. Das ist auf den Anteil der Mehrfachzucker im Reissirup zurückzuführen, der die Süße etwas herabsetzt. 

Durch die geringere Süßkraft kann es allerdings passieren, dass man dazu verleitet wird, mehr davon zu konsumieren. Verwendet man Reissirup also häufig, sollte man das im Hinterkopf behalten 😉

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